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Karriere

Quereinstieg: welche Bereiche tatsächlich suchen

Wo der Quereinstieg regelmäßig gelingt und wo er an Laufbahnrecht scheitert – mit den Feldern, in denen Verwaltungen fachfremd einstellen, und den Vorbildungen, die sich dafür am besten übersetzen lassen.

4 Min. Lesezeit von Steven Schulz

Nicht jede Tür ist gleich weit offen

Ob ein Quereinstieg gelingt, entscheidet sich weniger an Ihrem Lebenslauf als an der Stelle. Es gibt Bereiche, in denen Verwaltungen seit Jahren fachfremd einstellen, weil sie anders nicht besetzen können – und es gibt Bereiche, in denen das Laufbahn- oder Fachrecht die Tür geschlossen hält.

Geschlossen sind die klassischen Laufbahnen mit eigenem Vorbereitungsdienst: Polizei, Justiz im richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Dienst, Steuerverwaltung im Beamtenbereich, Rechtspflege. Wer dort hinein will, geht durch die Ausbildung und nicht daran vorbei. Auch reglementierte Berufe – Pflege, Medizin, Erziehung mit staatlicher Anerkennung – verlangen den entsprechenden Abschluss; es gibt Nachqualifizierungen, aber keinen Weg ohne Anerkennung.

Offen sind die Bereiche, in denen die Fachlichkeit von außen kommt oder in denen die Verwaltung die Fachkenntnis selbst vermittelt. Sie sind zahlreicher, als es aussieht.

Die technischen und baulichen Felder

Das größte offene Feld ist das technische. Landesbetriebe für Straßenbau und Liegenschaften, das Gebäudemanagement der Kommunen, die Bauämter, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und die Wasserstraßenverwaltung suchen dauerhaft Ingenieurinnen, Technikerinnen, Bauzeichner, Vermessungsfachkräfte, Elektro- und Versorgungstechniker.

Gefragt ist die Fachqualifikation; Verwaltungsrecht, Vergaberecht und Haushaltsrecht werden im Haus vermittelt. Der Beitrag über Ingenieure in der Verwaltung beschreibt die Aufgaben und die Umstellung genauer.

Für Handwerkerinnen und Meister gilt dasselbe auf der Betriebsebene: Betriebshöfe, Werkstätten, Wasser- und Abwasserbetriebe, Bäder, Klinikhaustechnik. Hier zählt der Gesellen- oder Meisterbrief, und die Berufserfahrung aus einem privaten Betrieb ist für die Stufenzuordnung regelmäßig einschlägig.

Informationstechnik und Digitalisierung

Der zweite große Bereich ist die IT. Kommunale Rechenzentren, Landes- und Bundes-IT-Dienstleister, die Fachverfahrensbetreuung in den Ämtern und die Informationssicherheit suchen durchgehend, und die Verfahren sind für Quereinsteiger ungewöhnlich offen: Viele Ausschreibungen lassen ausdrücklich eine einschlägige Berufserfahrung anstelle eines Studienabschlusses zu.

Wer aus der Privatwirtschaft kommt, trifft auf andere Rahmenbedingungen – längere Beschaffungswege, gebundene Technikentscheidungen, hohe Anforderungen an Datenschutz und Verfügbarkeit – und auf Aufgaben, die fachlich anspruchsvoll sind, weil Fachverfahren des öffentlichen Rechts andere Anforderungen stellen als Standardsoftware. Einzelheiten stehen im Beitrag über IT im öffentlichen Dienst.

Die sozialen und gesundheitlichen Felder

Jugendämter, Sozialämter, Allgemeine Soziale Dienste, Gesundheitsämter, kommunale Kliniken und Pflegeeinrichtungen suchen Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Psychologinnen, Ärztinnen, Pflegefachkräfte, Hygienefachkräfte und Verwaltungskräfte mit Fachbezug.

Für die staatlich anerkannten Berufe ist die Anerkennung Voraussetzung; wer sie hat, trifft auf einen Arbeitsmarkt, der um ihn wirbt. Wer sie nicht hat, findet Zugänge in der Sachbearbeitung derselben Ämter – Leistungsgewährung, Unterhaltsvorschuss, Wohngeld, Elterngeld –, für die eine kaufmännische oder verwaltende Vorbildung genügt.

Die Sachbearbeitung als der klassische Quereinstieg

Der stille Hauptweg ist die Leistungs- und Verwaltungssachbearbeitung: in den Sozialversicherungsträgern, in den Ämtern für Ausbildungsförderung, in den Bürgerämtern, in den Zulassungs- und Genehmigungsbehörden, in Förderprogrammen von Bund und Ländern.

Die Arbeit besteht darin, einen Sachverhalt zu ermitteln, ihn unter eine Norm zu subsumieren, zu entscheiden und die Entscheidung zu begründen. Wer das in einem anderen Regelwerk gelernt hat – in einer Versicherung, einer Bank, einer Steuerkanzlei, einer Krankenkasse, einer Rechtsanwaltskanzlei –, bringt genau die Arbeitsweise mit, auf die es ankommt. Das Fachrecht kommt in Lehrgängen dazu, und viele Träger führen dafür eigene Verwaltungsakademien.

Eine praktische Beobachtung dazu: Der Einstieg gelingt häufiger über eine befristete Stelle als über eine unbefristete, weil Vertretungen und projektfinanzierte Stellen schneller besetzt werden müssen. Was das rechtlich bedeutet und wie daraus ein Dauerverhältnis wird, steht im Beitrag über die Befristung im öffentlichen Dienst.

Die Felder, die selten genannt werden

Vier Bereiche werden in Ratschlägen zum Quereinstieg regelmäßig übersehen, obwohl sie beständig einstellen.

Die Vergabestellen. Jede größere Verwaltung beschafft Bau-, Liefer- und Dienstleistungen nach Vergaberecht, und dafür braucht sie Menschen, die Leistungsbeschreibungen lesen, Angebote werten und Verfahren dokumentieren können. Wer im Einkauf eines Unternehmens gearbeitet hat, bringt den Kern mit.

Die Beteiligungsverwaltung. Kommunen und Länder halten Anteile an Gesellschaften und müssen sie steuern: Wirtschaftspläne prüfen, Jahresabschlüsse auswerten, Aufsichtsratsarbeit vorbereiten. Das ist ein Feld für Betriebswirtinnen und Bilanzbuchhalter.

Die Gebäude- und Liegenschaftsverwaltung. Mietverträge, Betriebskosten, Instandhaltungsplanung, Energiemanagement – Aufgaben, die in der Immobilienwirtschaft genauso heißen.

Und die Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation. Verwaltungen kommunizieren mehr als früher, und sie suchen dafür Menschen aus Redaktionen, Agenturen und Unternehmenskommunikation.

Wie Sie Ihre Vorbildung übersetzen

Die Übersetzung entscheidet, und sie folgt drei Regeln.

Beschreiben Sie Tätigkeiten, nicht Positionen. „Teamleiterin Kundenservice" sagt einer Verwaltung wenig; „fachliche Anleitung von acht Beschäftigten, Bearbeitung von Widersprüchen, Entscheidung über Kulanzfälle bis zu einer festgelegten Grenze" sagt ihr alles.

Nennen Sie das Regelwerk, in dem Sie gearbeitet haben. Wer Versicherungsbedingungen, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Vergaberecht oder technische Normen angewendet hat, hat Rechtsanwendung betrieben – und das ist der Kern der Arbeit, um die es geht.

Und ordnen Sie Ihre Unterlagen an der Ausschreibung entlang. Jedes genannte Kriterium bekommt einen Beleg; Kriterien ohne Beleg bleiben unbewertet. Die Systematik dahinter beschreibt der Beitrag über den Quereinstieg in den öffentlichen Dienst.

Wenden Sie das direkt an: Im Stellenmarkt stehen die offenen Stellen dieses Berufs, und zu jedem Beruf finden Sie die Aufgaben und die üblichen Gehälter daneben.

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